Zwieselberg
Lage
Die Gemeinde Zwieselberg ist eine Kleinstgemeinde
mit rund 250 Einwohnern. Der Dorfkern liegt auf dem Ausläufer
des Hügelzugs zwischen Stockental und Glütschbachtal.
In vergangener Zeit waren entlang des Glütschbachs diverse
kleine Werkstätten in Betrieb. Färberei, Sägerei,
Schleiferei, Mühle…, alle von der Kraft des Baches betrieben.
Heute ist in Zwieselberg das Handwerk fast ausgestorben, es sind
lediglich zwei Schreinereien und rund sechs Landwirtschaftsbetriebe
geblieben. Der Name Zwieselberg leitet sich von den zwei von weither
sichtbaren Beisseren-Hügeln ab und könnte deshalb etwa
als «Zwillingsberg» gedeutet werden. Das Gemeindewappen
zeigt das Weissenburger Schloss. Die Beziehungen der Zwieselberger
zum Grafengeschlecht der Weissenburger sind nicht bekannt.
In Zwieselberg besteht eine Gesamtschule,
die für das kulturelle Leben des Dorfs sehr wichtig ist. Weil
Musik, Theater und Gesang in der Schule einen grossen Stellenwert
haben, führt die Schule jedes Jahr zum Schulschluss und an
Weihnachten ein Singspiel, Musical oder Theater auf. Das Zwieselberger
Moos, heute eine fruchtbare Ebene entland des Glütschbachs,
verrät durch seine schwarze Erde, dass hier früher Moorboden
war. Die Torfschicht ist zwischen 2 und 4 m dick. Im Laufe der Zeit
wurde Torf abgebaut und als Brennmaterial verwendet. Am intensivsten
war der Abbau zwischen den beiden Weltkriegen. Zeugen dieser Zeit
sind die Turbenhüttlein, von denen noch eine Anzahl steht,
heute jedoch zu andern Zwecken gebraucht werden. In den Jahren 1927
bis 1930 wurde das Moos trockengelegt. Der Bach, der sich vorher
in Windungen durch das Moos schlängelte, wurde gerade gelegt.
Die heutige Simmentalstrasse durchs Hani
nach Reutigen konnte erst nach der Ableitung der Kander in den Thunersee
1712 gebaut werden. Vorher mussten Reisende und Fuhrwerke aus dem
Simmental das steile Wegstück von der Glütsch auf die
Egg hinauf benutzen. Bei der alten Schleife überquerte die
alte Strasse auf einer hölzernen Brücke die damalige Kander.
Heute noch sind Steinblöcke des alten Brüggstocks zu sehen.
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