Forst
Lage
Die Gemeinde Forst bildet den nördlichen
Abschluss der Terrasse von Amsoldingen mit nördlicher und
westlicher Abdachung gegen die Gürbetalgemeinden Wattenwil
und Gurzelen im Amtsbezirk Seftigen. Noch finden wir in Forst
einige Drumlins, Rundhügel, wie sie charakteristisch sind
für das Thuner Westamt. Es handelt sich um Überreste
der Mittelmoräne zwischen den Gletschern der Aare und der
Kander. Den höchsten Punkt der Gemeinde bildet mit seiner
weiten Rundsicht der Molassehügel Riedhubel mit 752 m ü.
M. Am westlichen Steilabfall gegen die Gürbe-Ebene sind deutlich
Spuren von umfangreichen Erdrutschen zu erkennen (Senkenried,
Lehn, Schintloch), was die geografische Zugehörigkeit zum
Gürbetal sichtbar macht. An der 8 km langen Gemeindegrenze
haben wir auf fast 7 km Länge Gemeinden des Mittellandes
als Nachbarn, nämlich Gurzelen und Wattenwil. Als kleines
Gemeinwesen sucht man Zusammenschluss. Dieser ergab sich mit der
wenig grösseren Gemeinde Längenbühl, führt
doch die Strasse Wattenwil–Thierachern–Thun als Bindeglied
mitten durch die beiden Gemeinden. Mannigfaltig sind die Interessen
und Beziehungen, die zusammenführen.
Seit 1877 gibt es eine gemeinsame Schützengesellschaft
und seit 1886 einen Friedhof. Nach dem Schulhausbrand in Längenbühl
im Jahre 1915 wurde die Schulgemeinde Forst-Langenbühl gegründet.
Erst 2001 wurden die Gemeinderverwaltungen zusammengelegt. Zudem
sind auch das Wahl- und Abstimmungslokal, die Landwirtschaftliche
Genossenschaft, die Viehzuchtgenossenschaft, die Viehversicherungskasse,
die SVP und die Feuerwehr zusammengeschlossen.
Geschichte
Im Seienried sind die Überreste
eines römischen Gutshofs gefunden worden. Im Mittelalter
gehörten die Höfe von Forst zum Gebiet der Freiherren
von Strättligen. Nachdem diese verschwunden waren, waren
sie kurze Zeit im Besitz der Grafen von Kyburg und gelangten am
Ende des 14. Jahrhunderts an die Stadt Bern. Diese verkaufte die
Herrschaftsrechte an reiche Stadtgeschlechter, teilweise wurden
sie auch vom Chorherrenstift Amsoldingen ausgeübt. Bis zum
Ende des 16. Jahrhunderts gelangte die ganze Verwaltung an die
Landvogtei Thun. Die freien Bauern kauften gleichzeitig ihren
Boden zu eigen, womit sie die Voraussetzung für die Entstehung
einer freien Gemeinde schufen. Kirchlich greift, was eine Seltenheit
ist, die Kirchgemeinde Wattenwil aus dem Amt Seftigen nach Forst.